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Guilty Pleasures

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Arbeitsethik Es ist komisch, was kollektive Vorstellungswelten mit dem individuellen Gewissen anstellen können. Spätes Aufstehen ist mein Plaisier. Will heißen: Ich schlafe gern in den Vormittag hinein, gern auch bis Mittag. Ich bin halt ein Nachtmensch, nichts zu machen. Begrüßen Twitter-Freunde den neuen Tag mit Kaffee- und Teepiktogrammen, sag ich „Gute Nacht“. Das ist für mich als Freiberufler völlig unproblematisch.

Ich muss nur die Deadlines einhalten. Aber der verinnerlichten protestantischen Arbeitsethik wegen kommt mir regelmäßig ein schlechtes Gewissen auf. Dabei macht mir niemand anderes einen Vorwurf, nur ich mir selber. Dann ploppt das Mantra vom frühen Wurm im Gedankenstrom auf. Ich rechtfertige mich dann selber vorm inneren Ankläger, dass ich doch bis spät gearbeitet ha…

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