Loading

Europas Gendarm in Afrika

In der Mitte der doppelspurigen Trasse vom Airport zum Stadtzentrum der Hauptstadt Niamey verläuft eine eingleisige Eisenbahnstrecke, bis sie im Nichts vor der Stadtgrenze endet. „Ich weiß nicht, was das soll. Noch nie fuhr hier ein Zug entlang. Warum dann diese Piste?“, rätselt der Taxifahrer Amadou. Die rund 140 Kilometer Schienenstrang waren Teil eines ehrgeizigen Bahnprojekts des französischen Unternehmens Bolloré. Man wollte fünf Länder Westafrikas verbinden. So der Plan, bis 2015 in Benin das Vorhaben wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe eines öffentlichen Auftrags gestoppt wurde. „Millionen, einfach so abgeschrieben!“, empört sich Amadou, Bürger des ärmsten Landes der Welt.

Heute ist Niger der Staat in Afrika mit der höchsten Rate an europäischen Entwicklungsgeldern pro Kopf …

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.