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Pflasterprosa

Als vor sechs Jahren mitten in den Krisenprotesten zwischen Platzbesetzungen in New York und Straßenschlachten in Athen das anarchistische Manifest Der kommende Aufstand auf Deutsch erschien, wurde es hierzulande hochgejubelt als „wichtigstes Theoriebuch unserer Zeit“ (FAZ) und die SZ entdeckte darin gar die „Ästhetik des Widerstandes für das neue Jahrtausend“. Das Manifest wurde zum linksradikalen Theorie-Bestseller.

Damals im unangreifbaren neoliberalen Burgfrieden der Merkel’schen Wohlfühlrepublik konnte sich keiner vorstellen, dass daraus auch in dem Land, das in den 1980er Jahren im Zuge von Hafenstraße, Wackersdorf und Kreuzberger 1. Mai die militantesten Auseinandersetzungen sozialer Bewegungen in Europa erlebte, doch einmal wieder Ernst werden könnte. Spätestens seit dem Hamburg…

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