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The week

from 12. until 18. October 2017

Asyl

Unter Verdacht

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Türkische Asylsuchende werfen Dolmetschern und Sicherheitsleuten beim Bundesamt für Migration (BAMF) vor, sie an regierungsnahe türkische Medien verraten zu haben. Der Spiegel und Report Mainz berichteten von mehreren Fällen, in denen Türken kurz nach Gesprächen im BAMF in türkischen Zeitungen unter Nennung ihres deutschen Aufenthaltsorts als Terroristen diffamiert worden seien. Das BAMF teilte mit, sich in diesem Jahr bereits von 15 freiberuflichen Dolmetschern getrennt zu haben, „vor allem auf Grund von Verletzungen der Neutralitätspflicht“. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir (Foto) forderte, die Sicherheitsüberprüfungen für Dolmetscher zu verschärfen. Martina Mescher

Air Berlin

Am Ende

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Nun ist endgültig Schluss: Am 27. Oktober startet der letzte Flug der insolventen Airline Air Berlin. Unter der Flugnummer AB6210 wird die Maschine um 21:35 Uhr in München abheben und eine Stunde, zehn Minuten später in Berlin-Tegel landen. Dort will man sich gebührend verabschieden: Der Flughafenbetreiber gab bekannt, an jenem Abend die Aussichtsplattform länger geöffnet zu lassen. Ausnahmsweise ist der Flug ausgebucht, die Tickets kosteten zu Beginn 60, am Ende stolze 350 Euro – im Tarif Economy Light. Da ist das Ticket für die Aussichtsplattform mit drei Euro billiger. Derweil wissen die meisten Mitarbeiter nach wie vor nicht, wie es mit ihrer beruflichen Zukunft weitergeht. Leander F. Badura

Kurdistan

Im Visier

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Von einem Angriff „unter iranischem Kommando“ spricht der Ex-Berater des US-Außenministeriums, David Phillips, und meint die Einnahme der bis dahin unter kurdischer Kontrolle stehenden Stadt Kirkuk. Wer ihr dabei auch zur Hand geht: Die irakische Zentralregierung schafft nach dem Unabhängigkeits-Referendum in der Autonomen Region Kurdistan Fakten, am Dienstag wurde die Einnahme Sindschars gemeldet. Bisher gaben die Peschmerga-Streitkräfte unter Kurdistans Präsident Masud Barzani ihre Stellungen kampflos auf. US-Militärs versichern, dem Irak gelieferte Waffen dürften nur dem Anti-IS-Kampf dienen. In ihm hatten alle Seiten bis vor kurzem noch einen gemeinsamen Feind. Sebastian Puschner

UNESCO

Und raus

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Leicht habe man sich die Entscheidung nicht gemacht, erklärte die Sprecherin des US-amerikanischen Außenministeriums, Heather Nauert. Und doch steht fest: Die USA verlassen zum Jahresende 2018 die UNESCO. Ihnen und auch der israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu, der kurze Zeit später ebenfalls den Rückzug seines Landes ankündigte, ist der Geduldsfaden gerissen. Die Kritik beider Regierungen an der UNESCO lautet, diese agiere antiisraelisch. Für Ärger hatte nicht zuletzt eine Resolution vom Juli 2017 gesorgt, die die Altstadt von Hebron zum „palästinensischen Kulturerbe“ erklärte, und jede jüdische Verbindung zu dem historischen Ort in Judäa leugnete. Leander F. Badura

Afghanistan

Auf dem Rückzug

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Man müsse die Büros in Kundus und Maimana schließen, hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitgeteilt. Die Sicherheitslage in Afghanistan habe sich derart verschlechtert, dass die Mitarbeiter nicht mehr ausreichend geschützt werden könnten. Auch die IKRK-Dependance in Masar-i-Scharif werde verkleinert. Zuletzt war eine spanische Mitarbeiterin bei einem Anschlag auf ein IKRK-Behandlungszentrum ums Leben gekommen. Bisher war die Afghanistan-Mission des Roten Kreuzes mit einem Budget von fast 100 Millionen Euro die viertgrößte weltweit. Die Genfer Zentrale legt Wert auf die Feststellung, dass kein vollständiger Abzug vom Hindukusch beabsichtigt sei. Lutz Herden