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Ein unmoralischer Kompass

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Vergangenen Herbst Nahe Röszke: Ins Niemandsland zwischen Ungarn und Serbien gezwungene Migranten Foto: Istvan Ruzsa/AFP/Getty Images

Groß war die Empörung in den medialen und politischen Landschaften Deutschlands, als der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sein Volk am 2. Oktober zur Bereitschaft für die Aufnahme von Flüchtlingen befragen ließ. Man mokierte sich über die Suggestivfrage, warf ihm Geldverschwendung für eine menschenverachtende Kampagne vor und zeigte sich schlussendlich erleichtert, als die Teilnahme unter 50 Prozent blieb, dem formal notwendigen Quorum für die Gültigkeit. Über die Beweggründe zur Abhaltung der Volksbefragung wurde wenig berichtet, und die Folgen blieben unterschätzt.

98 Prozent derer, die zu den Urnen gingen, votierten gegen eine Verteilu…

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