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Die Republik erzwingen

Seit 15 Jahren wird unser Bild vom islamistischen Terrorismus geprägt. Wir sehen grausame Anschläge gegen Unschuldige, lesen von Monsterkillern, die blindwütig um sich schießen und mit „Allahu akbar!“-Rufen ihre Sprenggürtel inmitten von Menschenmengen zünden. Die Taten dieser Terroristen sind so schockierend, dass wir ihren Sinn nicht mehr verstehen, dass wir es schlichtweg ablehnen, uns mit den Ursachen und Hintergründen solcher Verbrechen zu beschäftigen. Wir empfinden den Terror so, als käme er aus einer fremden, archaischen Welt. Aber das tut er nur bedingt.

Folgt man der Gießener Historikerin Carola Dietze, so liegen die Wurzeln des Terrorismus in der westlichen Moderne. Zwei Amerikaner, ein Italiener, ein Deutscher und ein Russe haben ihn als politische Taktik zwischen 1858 und 1…

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