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Fahren, bis der Tank leer ist

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Bitte das Holz nie grob aus dem Wald klauen. Auch Bäume haben Gefühle

Foto: Shotshop/IMAGO

„Wann spürte ich die Wucht der Begriffe. / Jahr, Schlaf. / Wir müssten sie längst neu, anders denken, alles verschieben, / den Schlaf in die Lücken des Jahrs, das Jahr in die Lücken des Schlafs“, heißt es in Versen der 1965 geborenen Martina Hefter, die dem Gedichtband In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen entnommen sind. Merkwürdig, wie das Gedicht, das vor dem Frühjahr 2020 entstand, Gedanken und Gefühle der Pandemiezeit vorwegnimmt. Ein Ikea-Bett, auf das im Titel angespielt wird und in dem das Sprecher-Ich zu schlafen pflegt, steht für Objekte, mit denen sich Bewohner der westlichen Welt ausstatten, ohne zu fragen, in welch ambivalente ethische und moralische Zusammenhänge sie …

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