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Ignorante Reise

Ein Autor, der Frauen regelmäßig als „Nüsse“, und „Kühe“ bezeichnet, hätte es heute schwer. Solche Beschimpfungen würden nicht mehr als Provokationen nachgesehen, sondern als Ausdruck eines chauvinistischen Weltbildes verstanden, dessen wir glücklicherweise überdrüssig sind. Was manchmal dennoch seltsame Blüten treibt: Etwa wenn, wie vor Kurzem, eine Frankfurter Künstlergruppe Goethes Gartenhaus in Weimar mit Klopapierrollen bewirft, um gegen des Dichters Frauenbild zu demonstrieren; dessen Werk strotze „vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren“, so ein Vorwurf.

In ihrer Abneigung stehen die Frankfurter freilich nicht alleine. Einer der bekannteren Goethe-Hasser war Rolf Dieter Brinkmann, das Enfant terrible der deutschen Literatur der 1960er und ’70er. Während seines…

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