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The week

from 4. until 10. October 2018

Bolivien

Nicht ans Meer

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Foto: Jorge Bernal/AFP/Getty Images

Die Aktion Rückkehr zum Meer sollte Präsident Evo Morales einen Gewinn an Popularität verschaffen, doch ist er mit seinem Ansinnen vorerst am Internationalen Gerichtshof in Den Haag gescheitert. Die Kammer lehnte es ab, Chile zu verpflichten, mit der Regierung in La Paz über einen Zugang zum Meer zu verhandeln. Die Richter entschieden mehrheitlich, dass dazu keine unmittelbare Veranlassung bestehe, wie das Nachrichtenportal amerika21 berichtet. Seine Küstenregion hat Bolivien 1883 im Salpeterkrieg eingebüßt und ist seither mit Paraguay einer der beiden Binnenstaaten Südamerikas. Doch will Morales nicht aufgeben. Er hofft weiter auf eine Verhandlungslösung. Lutz Herden

Europäische Union

Bewerber gegen Weber

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Foto: Frederick Florin/AFP/Getty Images

Es wäre ein Novum in der EU-Geschichte, sollte sich Alexander Stubb (Foto) durchsetzen. Der Ex-Premier Finnlands (im Amt 2014/15) bewirbt sich wie zuvor schon der CSU-Politiker Manfred Weber um den Vorsitz der EU-Kommission. Im Moment Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank, empfiehlt sich der 50-Jährige als Vertreter einer neuen Generation, die auf der Höhe des digitalen Zeitalters sei. Stubbs Nationale Sammlungspartei gehört zur Europäischen Volkspartei (EVP), die am 7. November darüber entscheiden wird, mit welchem Spitzenkandidaten sie zur Europawahl im Mai 2019 antritt. Dieses Votum zu gewinnen, hieße als Kommissionspräsident gute Chancen zu haben. Lutz Herden

Brasilien

Showdown im Oktober

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Foto: Gregg Newton/AFP/Getty Images

Noch steht das ganz große Beben aus. Bei der Präsidentenwahl blieb dem Rechtspopulisten Jair Bolsonaro die absolute Mehrheit verwehrt. Er kam auf 47 Prozent und wird sich am 28. Oktober mit Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei PT – er erreichte 29,3 Prozent – in der Stichwahl messen. Für dieses Votum sehen die Demoskopen beide Bewerber gleichauf. Bolsonaro hatte im Wahlkampf, den er seit Anfang September wegen eines Attentats nur eingeschränkt führen konnte, immer wieder die Demokratie verächtlich gemacht und das 1985 überwundene Militärregime gelobt (der Freitag 22/2018). In Brasilien werde sich durch Wahlen nichts ändern, sondern „leider nur mit einem Bürgerkrieg“. Lutz Herden

Buchpreis

Kein Joghurt

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Foto: Picture Alliance/Arne Dedert/dpa

Den mit 25.000 Euro dotierten Deutschen Buchpreis 2018 gewinnt Inger-Maria Mahlke (Foto) für Archipel (Rowohlt). Der Roman erzählt chronologisch rücklaufend von mehreren Familien auf Teneriffa. In der Jurybegründung heißt es, Mahlke schildere „auf genaue und stimmige Weise ... Familien aus unterschiedlichen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt“. Mahlke bedankte sich, auch bei der seit August freigestellten verlegerischen Geschäftsführerin ihres Verlags, Barbara Laugwitz (der Freitag 37/2018). Die sei sich der Fragilität künstlerischer Produktion stets bewusst gewesen. Es sei nicht das Gleiche, Bücher oder Joghurt zu verkaufen, sagte Mahlke. Mladen Gladić

Junge Union

Einig männlich

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Foto: Picture Alliance/Carsten Rehder/dpa

Nicht so uneinig zu werden wie die SPD, dazu mahnte Annegret Kramp-Karrenbauer (Foto) auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel – ebenso der neu gewählte Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus: „Wir müssen unser eigenes Ding machen.“ Die JU zeigte sich auch einig: Mit 91 Prozent wurde Paul Ziemiak als Vorsitzender bestätigt. Zu seinen Stellvertretern wurden vier Männer gewählt. „50 Prozent des Volkes fehlen“, mahnte Angela Merkel: „Frauen bereichern das Leben, glauben Sie mir. Nicht nur privat, auch politisch.“ Ein richtig „eigenes Ding“ ist diese Männlichkeit indes nicht: Auch die Junge Alternative hat ausschließlich männliche Vorsitzende. Elsa Koester