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Das große Fallen

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Illustration: Ira Bolsinger; Fotos: AFP/Getty Images (8), Imago (2)

„Wir wollen also annehmen, dass Krisen eine notwendige Voraussetzung für das Auftauchen neuer Theorien sind“, schreibt der Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn in seinem Klassiker Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Für politische Umbrüche gilt dasselbe: Irgendwann geraten die Dinge ins Rutschen und dann taucht plötzlich etwas sehr Neues auf. Ein „Paradigmenwechsel“ tritt ein, wie Kuhn es nennen würde, und der Trick ist, dass zwar ein Vorlauf nötig war, eine Akkumulation bestimmter Ereignisse, der Umschwung selbst aber nicht kausal aus dem Vorhergehenden zu erklären ist. Er geschieht spontan, als Riss, als Sprung, als Wunder eines Zwischenraums. Nach dem Wendepunkt ist nichts mehr, wie es war – die alt…

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