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So klang Moskau

In seinem 2015 erschienenen Buch Entscheidung in Kiew bekannte der bedeutende Osteuropahistoriker Karl Schlögel, im Tenor fast schon traurig und enttäuscht von sich selbst, dass seine mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Gelehrtenkarriere einen großen Makel haben könnte. Denn in seiner Forschung zur Sowjetunion hat er lange Jahre eine auf Russland gerichtete Perspektive eingenommen, die nur ungenügend für eine Betrachtung der postsowjetischen Ära mit all ihren Verwerfungen taugt. Position bezog er in der Ukrainekrise dann aber doch, er stritt mit dem bekannten Osteuropahistoriker Jörg Baberowski, Schlögel auf der Seite der scharfen Kritiker von Putins Politik, Baberowski zog als „Russlandversteher“ die Kritik auf sich.

Nun legt Schlögel eine 800 Seiten lange Monografie zur Geschichte …

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