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Nah wie nie

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Kurbeln am Leitnarrativ: Die Realisierung vermeidet jedwede bildliche Vereindeutigung

Foto: Kim Culetto

Es ist ein Leben voller Verwerfungen und Verluste, voller Abschiede und Sehnsucht. Was daraus hervorgeht, sind Texte, welche stets um die Leere und Kälte des Daseins kreisen. Literarische Zeugnisse, die klingen, als würde Metall sprechen können. So lässt einen Ágota Kristófs inzwischen kanonischer Roman Das große Heft (1986) geradewegs das Blut gefrieren: Zwei Zwillingsbrüder wachsen während des Kriegs bei der autoritären Großmutter auf und reagieren auf die Härte und Brutalität ihrer Zeit mit einer emotionalen Abstumpfung, die am Ende alles Menschliche abtöten wird.

Was muss eine Frau erlebt haben, die solch Drastisches zu erzählen vermag? Neben der Aufführung des besagten Kla…

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