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Beutet mich aus, aber nennt mich „kreativ“

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Im Juni protestierten Anwohner in Berlin gegen einen geplanten „Campus“ unter dem Motto „Kick Google aus dem Kiez“

Foto: Imago Images/Snapshot

Sie sind ja so kreativ! Na, denken Sie auch, das ist ein Kompliment? Tja, so geht es vielen. Leider. Eine Arbeit gilt dann besonders interessant, wenn die Tätigkeiten dort als kreativ bezeichnet werden. Die Karriere des Begriffs begann in den 1950er und ’60er Jahren, als die Gegenkulturen sich aufmachten, Alternativen zum Arbeits- und Familienmuff der Nachkriegszeit zu entwerfen. Sie verbanden sich seit den 70er Jahren mit dem Aufstieg des neoliberalen Kapitalismus, mit dem Dotcom-Boom und der entstehenden Tech-Branche, und „kreativ“ wurde das neue Cool.

Richard Florida lieferte 2002 die passende Wirtschaftstheorie dazu: In The Rise of the…

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