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Schweig. Leide

Kurz nach der erschütternden Spurensuche im Leben der früh durch Selbstmord gestorbenen Mutter kommt nun ein kaum weniger schockierendes Buch über den Vater: Für Sie kam aus Mariupol erhielt Natascha Wodin letztes Jahr – zurecht – den Buchpreis der Leipziger Buchmesse. Nicht nur erforschte Wodin die Leidensbiografie ihrer Mutter, sie zeigte zugleich am Schicksal der osteuropäischen Zwangsarbeiter ein weithin unbekanntes Kapitel in der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts auf. Indem sie dabei auch vom Hass berichtete, der „displaced persons“ wie ihrer Familie in der fränkischen Provinz der Nachkriegszeit entgegenschlug, erzählte sie freilich ebenso von aktuellen Entwicklungen.

Nun also ist der Vater dran: Irgendwo in diesem Dunkel zeigt ihn als einen gewalttätigen, trunksüchtigen Mann, …

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