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Ob er schnarcht?

"Perfekt ist scheiße!“, brüllt der junge deutsch-iranische Arzt Kian (Hadi Khanjanpour) einmal seine Mutter an. In diesem wütenden Imperativ steckt eine wichtige Erkenntnis von Susan Gordanshekans Die defekte Katze. In ihrem Debüt erzählt die Regisseurin, die selbst iranischer Herkunft ist, nämlich davon, wie erträumte – beziehungsweise traditionelle – Ideale von der Realität eingeholt werden. Der titelgebende Vierbeiner mit einem Gendefekt, den sich die junge Mina (Pegah Ferydoni) sehr zum Leidwesen ihres Mannes Kian in die Wohnung holt, erscheint dabei wie eine fleischgewordene Metapher: Wahrlich alles andere als perfekt, spiegelt sich in diesem grauen Biest mit den gruseligen Augen die holprige Beziehung der beiden.

Bevor das Viech die Wohnung betritt, ist da allerdings zunächst die …

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