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Brüder des Gemetzels

Arnold Schönberg verfälscht in seiner Oper Moses und Aron die biblische Geschichte. Vom Berg Sinai mit den Gesetzestafeln zurückgekehrt, richtet Moses kein Strafgemetzel an. Obwohl doch anders als im Alten Testament das Auserwählte Volk in seiner Abwesenheit nicht bloß ums Goldene Kalb tanzt, sondern sich in eine unfassbare „Orgie der Vernichtung und des Selbstmordes“ steigert, so Schönbergs Regieanweisung. In dieser Oper haben die Regisseure deshalb nicht wie üblich damit zu tun, die Handlung szenisch zu entfesseln, sondern klug zu zähmen. Damit jedoch hat es an der Dresdner Semperoper ausgerechnet der namhafteste Skandalregisseur übertrieben. Der Spanier Calixto Bieito, berühmt für Gewalt und Sex auf der Bühne, lässt die wild gewordenen Hebräer nur noch egomanisch im Internet verblöde…

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