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Traurige Pflanzen

Es sind Welten des Taumelns, Welten aus Licht und Schatten, stets umhüllt von Rätselhaftigkeit – Marion Poschmanns Texte leben von geheimnisvollen Zwischenräumen, vom Unsichtbaren und Subtilen. Was wir glauben, als Tatsachen wahrzunehmen, erweist sich schon im nächsten Augenblick als Schimäre. Bilder formen sich nicht, sondern gehen in andere Aggregatzustände über oder verschwimmen, bis am Ende jener Dreiklang erfüllt ist, den sie in ihrem Gedicht Schierklar (aus: Geliehene Landschaften, 2016) proklamiert: „Leer werden. Leere ertragen. Leere verstehen.“

Im Nichts, im völligen Nullzustand liegt für die 1969 in Essen geborene Autorin das große Potenzial. Wohingegen die kapitalistische Gesellschaft Wachstum und Besitzanreicherung zum obersten Primat erhoben hat, erzählt sie von Reduktion u…

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