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Schöner als Helden

Eine Bar in Kinshasa. Neonlicht, Auf- und Abtritte der Stammgäste, Betrunkene suchen Streit, ungefragte Männerhände auf Frauenkleidern, es wird geprahlt und abgewiesen (manchmal auch beiseite, für die Kamera). Dann kommt eine Frau herein und ruft: „Warum gibt es hier keine Musik?“ Die Band wacht auf, ein Ton kommt zum anderen, das Durcheinander der Gespräche und Bewegungen wird rhythmisch. Die Sängerin, Félicité, sitzt komplett unbeeindruckt am Rand und wartet, bis der Groove stimmt. Dann steht sie auf und singt. Endlich sind alle still und fangen an zu tanzen. Die Bar ist im Takt, die Trance beginnt, der Film hat eine Heldin.

Félicité, die Zeremonienmeisterin, trägt ihre dicken Cornrows wie eine Dornenkrone, ihr schönes Gesicht ist abweisend „wie ein Panzerwagen“, sagt später jemand, s…

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