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Im Sandsturm

Kriegsromane sind ein heikles Genre. Gefährlich, die Klischee-Falle, sperrig, das moralische Beiwerk, und andauernd drängt sich einem die bittere Vokabel „authentisch“ auf. Nach dem Ersten Weltkrieg sprossen eine Zeit lang „authentische“ Kriegserzählungen überall in der europäischen Literaturlandschaft. Die einen erzählten vom „Stahlgewitter“, die anderen von der „verlorenen Generation“. Manche Publikation geriet zum Politikum. Da geht es heute unverkrampfter zu. Jahrzehntelanger Friede und das Verlegen der Konflikte an die Peripherie haben uns vom Krieg entfremdet. Ein Glück, gewiss, doch Verdrängtes kehrt zurück, spätestens in Form gezeichneter Kombattanten – und in jedem Fall über die Medien.

Es gibt wahrscheinlich nur eine Voraussetzung, einen „authentischen“ Kriegsroman zu schreibe…

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