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Vor der Revolution

Zweimal sehen wir die Welt durch einen Camcorder. Das Bild wird dadurch gröber, die Bewegungen ungeschliffener, der Raum instabiler. Wir sehen Farah (Baya Medhaffer), die gerade mit Auszeichnung ihr Abitur bestanden hat. Sie singt, und in ihren Blick mischt sich ein unsicheres, aber lustvolles Mienenspiel mit einem ungeziert sorgenvollen Ausdruck: „Wenn ich meine Augen öffne, dann erblicke ich die Beraubten. Beraubt um Arbeit, Essen und Leben.“ Danach sehen wir den Raum um sie herum, Menschen, hauptsächlich Männer, die mitklatschen, sogar tanzen, die verdutzt hinüberschauen zu dem Tisch, an dem gerade dieses junge Mädchen einfach so zu singen angefangen hat, oder die sich gegenseitig abgeneigt ansehen, die sich gestört fühlen und vielleicht auch angegriffen.

Es sind die stärksten Moment…

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