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Im Namen des Volkes

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Weil sie Angst vor Ächtung haben, sprechen die Verurteilten kaum öffentlich Illustration: der Freitag

Wenn nur die Akten noch da wären. Wenn wenigstens die Zeitzeugen reden würden. Es wäre so viel leichter zu erklären, wie deutsche Gerichte auch nach 1945 Unrecht gesprochen haben. Es würden endlich mehr Stimmen laut, die von den Ermittlungen, Verhaftungen und Gefängnisaufenthalten berichten. Doch die alten Männer schweigen. Sie schweigen, obwohl die Verfolgungen und Bestrafungen aufgrund homosexueller Handlungen 30, 40 oder 50 Jahre her sind. Die nach Paragraf 175 Verurteilten sprechen nicht öffentlich, weil sie immer noch Angst vor Ächtung haben. Oder weil sie eine Frau geheiratet hatten, Kinder und Enkel haben. Und weil einige sich immer noch nicht trauen, zuzugeben, dass sie …

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