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Casablanca im 6/8-Takt

In Casablanca kommt alles in Bewegung. Ich bin erschüttert, verunsichert und erstaunt. Der Dreck in den Gassen der Medina klebt an mir, von den Füßen bis zu den Haarspitzen, die Autoabgase im Stau machen mich müde. Es riecht nach Urin, wie nach einem Schlagermove auf St. Pauli. Die Klebstoff schnüffelnden Bettler schlafen neben Müllbergen, wahrscheinlich haben sie ihren Geruchssinn verloren.

Das Hotel Central mit Blick auf den Hafen ist das älteste Hotel der Stadt, der Cityguide erzählt so viel zur Geschichte und Architektur der Medina, dass mir ganz schwindelig wird. Kultureller Reichtum und Armut liegen hier nahe beieinander.

In der Theaterschule eines Künstlerpaars erzählt mir der Jazzsänger Yazine von der revolutionären Dichterin und Sängerin Kharboucha, die Anfang des letzten Jahrh…

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