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Argentos Ahne

Die Sprache der deutschen Bürokratie ist berüchtigt für ihre Wortungetüme, hinter denen sich meist harmlose Sachverhalte und banale administrative Prozeduren verbergen. Beim Begriff „Vorbehaltsfilm“ verhält es sich genau umgekehrt: Er klingt zunächst harmlos, steht aber im Zusammenhang mit dem beispiellosen zivilisatorischen Kulturbruch der NS-Geschichte. Es handelt sich dabei um einen Korpus von heute noch etwa 40 Filmen, die im „Dritten Reich“ unter Aufsicht des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda entstanden und nach Kriegsende vom Alliierten Kontrollrat auf eine Liste „nicht zur öffentlichen Aufführung freigegebener Filme“ gesetzt wurden. Das Verdikt gilt bis heute. Der Vorbehalt gegenüber den Filmen ist in erster Linie also politischer Natur, wobei sich ästhetische Einwä…

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