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Unerträgliche Verspannung

Ein wenig fühlen sich die Dramen des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi stets wie Kriminalfilme und Whodunnits an. Auch wenn es weder Kreuzverhöre noch Showdowns gibt, steht im Zentrum seiner Werke stets ein Mysterium, an dem seine Protagonisten wachsen oder zerbrechen werden. Sind Nader und Simin, die Titelhelden seines Berlinale-Gewinners von 2011, schuld an der Fehlgeburt ihrer Haushälterin? Was steckt hinter dem Selbstmordversuch, der das Liebesdreieck in Le Passé ins Unglück stürzt? Wer ist für den Überfall auf die Frau des Laienschauspielers in The Salesman verantwortlich? Ganz gleich, wie aufgeräumt sich die Welt auf den ersten Blick präsentiert, schnell offenbaren sich aufgeschobene Konflikte und schwelende Widersprüche, die nur darauf warten, an die Oberfläche zu treten.

Mit …

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