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„Jetzt schau traurig“

Sohrab Shahid Saless (1944-1998) ist eine vergessene, dabei aber eine singuläre und zugleich für unsere Zeit wiederum modellhafte Figur: ein transnationaler Filmemacher in einer Zeit, bevor ein Begriff wie Globalisierung die Wege abgekürzt hat. Das Goethe-Institut begleitet seine Wiederentdeckung mit Retrospektiven. Mit seinen in Iran entstandenen Filmen Ein einfaches Ereignis (1973) und Stillleben (1974) wirkte Saless stilprägend auf das moderne iranische Kino, das seine langen und ruhigen Einstellungen, die Stille und Konzentration auf die Gestik und Mimik der Figuren übernahm. 1974 nahm der Druck auf den Regisseur, der bei der Berlinale den Silbernen Bären für Stillleben gewonnen hatte, durch das Schah-Regime derart zu, dass er ins Exil nach Westberlin ging. Hier blieb er drei Jahre,…

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