Loading

Ende der Märchenstunde

placeholder article image
Dörfer brennen. Statt Gewalt zu verurteilen, übernahm sie die Lesart ihrer Generäle

Foto: Alberto Pizzoli/AFP/Getty Images

Die Demontage hat es in sich. In der nach oben offenen Verklärungsskala des Westens rangierte Aung San Suu Kyi gleich hinter dem Dalai Lama und weit vor Julia Timoschenko. In ihre Person wurde projiziert, was Idealisierung vorantreibt – ziviler Ungehorsam, Gewaltlosigkeit, das Versprechen auf Demokratie. Der Lichtgestalt haftete etwas Märchenhaftes an, die Blume im Haar als Kontrast zu den Epauletten der Obristen, die Myanmar so lange in Schach hielten. Als Idol schien Suu Kyi makellos, als Buddhistin entrückt, als Politikerin – wenn überhaupt – dann auf Zehenspitzen unterwegs und darauf bedacht, diesen Eindruck immerfort zu erneuern. Wer es besonders versti…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.