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Trau, schau, wem?

Bevor die anderen geladenen Korrespondenten erschienen und Vichyssoise, Foie gras und Brassenfilets serviert wurden, saß ich mit Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa allein in einem prunkvollen Saal der Residenz am Atlantik, in der Bucht von Cascais. Ich wollte über Bankenkrise, Korruption und Kommunisten in der Regierung reden. Aber Marcelo machte zunächst nur einige Kommentare zum im Fernsehen laufenden Gruppenspiel des späteren Fußball-Europameisters gegen Österreich. Sie sind so vernachlässigbar wie das Ergebnis, ein torloses Remis.

Seit einem halben Jahr ist der konservative Katholik im Amt und dabei allgegenwärtig. Jeden Tag und auf jedem Sender, ob öffentlich oder privat, sehen Portugiesen ihm zu, wie er Frauen trifft, die ihr Hab und Gut durch Waldbrände verloren haben un…

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