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Bewusstsein bestimmt

Als ich aufs Gymnasium ging, wurde mein Vater – ein Arbeiter – nicht müde, gegen ,die Studenten‘ zu wettern. Sie, die ,alles besser wissen‘, würden in zehn Jahren zurückkommen, „um uns zu regieren‘.“ So steht es in Didier Eribons Buch. Und weiter: „Und so ist es schließlich auch gekommen (…) nach oftmals verblüffenden Karrieren sind sie politisch, intellektuell und persönlich in der Komfortzone der sozialen Ordnung angekommen und verteidigen nunmehr den Status quo einer Welt, die ganz und gar dem entspricht, was sie geworden sind.“

Es sind Schilderungen wie diese, die das Werk des französischen Soziologen Eribon lesenswert machen. Er beschreibt in dem gleichnamigen Buch seine „Rückkehr nach Reims“, nachdem er als junger Mann der Homophobie und intellektuellen Enge seines Elternhauses en…

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