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„Ich weiß es nicht“

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Richard Schmincke und seine 33 Jahre jüngere Frau Änne – für seine Familie ein Affront

Fotos: Franz Pfemfert (links), Dr. Richard Schmincke (rechts)

Monatelang, nein, über Jahre hatte die junge Frau befürchtet, dass Richard für immer verschwinden würde – in den Kellern der Gestapo oder in die Emigration. 1939 wuchs die Sorge, dass er Suizid begehen könnte. Sie hatte ihn nicht dazu bewegen können, das acht Wochen alte Kind zusammen auszufahren. Dabei hatten sie es trotz oder gerade wegen zunehmender Aussichtslosigkeit zur Befestigung des gemeinsamen Überlebenswillens gezeugt. Nun aber konnte auch das Kind ihn nicht aus der Depression reißen. Dass es Ricarda hieß – die weibliche Form von Richard –, spiegelte schon die Ahnung, dass es Richard mal würde ersetzen müssen.

Weil Kinder t…

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