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Verhandeln bis zur Selbstverleugnung

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Eine Delegation der Taliban bei den Friedensgesprächen in Doha

Foto: Karim Jaafar/AFP/Getty Images

Wer erinnert sich noch, wie alles begann? Nach 9/11 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush die Afghanistan beherrschenden Taliban zur Inkarnation des Bösen und zu Paten des internationalen Terrors erklärt. Am 7. Oktober 2001 wurde interveniert, es folgten Besetzung und Besatzung, von der UNO gebilligt, von der NATO getragen. Man fühlte sich berufen, ein schwer regierbares Land mit einer streng islamischen und ethnisch zerklüfteten Gesellschaft unter Kuratel zu stellen. Es sollte zivilisatorisch geläutert werden, was aus westlicher Sicht als reaktionär und traditionsversessen galt.

Diese – nicht selten gewalttätige – Missionierung ist gescheitert. Die Taliban sind es nicht. S…

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