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Lass uns lavieren

Die großen Debatten haben inzwischen eine Lautstärke angenommen, die alle leisen Töne quasi ausmerzt. Nicht nur das Kino befindet sich im gefühlt permanenten Superhelden-Modus: überdimensionale Bösewichte, immer aufs Ganze gehend, stets muss die Welt gerettet werden, mit übermenschlichen Kräften. Filme wie Wajib drohen immer mehr unter die Wahrnehmungsschwelle zu sinken und als randständig, zu klein und deshalb zu „obskur“ oder zu „cineastisch“ abgestempelt zu werden. Was nicht nur schade ist, sondern kontraproduktiv. Denn Wajib handelt von Wichtigem: von Zwischentönen, von Widersprüchen und ihrer Unlösbarkeit – und davon, wie man es trotzdem darin aushält. Weil man eben „hier lebt“.

Das Hier des Films ist dabei um ein paar Grade schwieriger zu navigieren als Berlin, Paris oder sogar Lon…

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