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Held wider Willen

Zwar filmreif – die Filmrechte sollen auch bereits verkauft sein –, aber für die Aufarbeitung des größten Fälschungsskandals der letzten Jahrzehnte wollte sich Juan Moreno erkennbar vom Stil einer Spiegel-Story unterscheiden. Solche Stories sind durchchoreografiert, gleichen eher einem Roman als einem Protokoll, samt Geigen quasi: in den Relotius-Texten soll öfter ein Hund wie tot gelegen haben, für die Atmo sorgte oft ein Song. Nicht nur ist der Nimbus dieser Masche komplett verkratzt seit dem „System Relotius“, Moreno selbst war ja mit dem Kollegen, mit dem er zusammen an einer Reportage arbeitete, über dessen „Regieanweisungen“ in Konflikt geraten. Relotius, so stellt Moreno klar, sei nie ein Reporter gewesen, wenn Reporter schlicht auch heißt, sich mit Recherche herumzuschlagen. Unk…

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