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Schwarze Tränen

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Wu Tsang (l., mit boychild) sei auf eine interessante Art und Weise sensibel, sagt die Direktorin des Gropius-Baus

Foto: Karsten Thielker/MacArthur Foundation

There is no nonviolent way to look at somebody.“ Dieser Satz fiel vor gut einem Jahr gegen Ende einer langen, kräftezehrenden Performance im Berliner Gropius-Bau. Das Abendlicht schien durch die Fenster und Wu Tsang, die den Satz sprach, kämpfte mit den Tränen. Sie war zu dieser Zeit Artist in Residence und hatte die Performerin boychild eingeladen – deren fast nackter und bunt bemalter Körper war da schon etwa neun Stunden den Blicken des Publikums ausgesetzt.

„Es gibt keine nicht-gewaltsame Art und Weise, jemanden anzusehen.“ Der Satz machte auch etwas mit der Selbstwahrnehmung des Publikums: von der Zuschauerin zur Voyeu…

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