Loading

Glanzvoll wie die Mindestrente

placeholder article image
Die Bühne bietet den Vorteil, dass man den Frust über die öde Inszenierung laut heraussingen kann

Foto: Thomas Aurin

Drei Akte lang dümpelt die Macht des Schicksals mittelprächtig vor sich hin. Da reißt im vierten und letzten unversehens mancher Geduldsfaden im vor sich hin dämmernden Publikum. Ein eingeschobener Sprechtext, auch noch in englischer Sprache, löst Tumult aus: „Oh Jimmy, weshalb willst du nicht begreifen ...“ Jimmy kommt gar nicht vor in Verdis verstörendster Oper. Der längere Text stammt vielmehr aus Curzio Malapartes Roman Die Haut, der im Neapel des Jahres 1943 spielt, nicht wie die Oper zweihundert Jahre zuvor. Gejohle und Geschrei stoppen minutenlang die Aufführung.

„Kannst du nicht singen?“

„Das ist eine Oper!“

„Aufhören!“

Aus der Gegenpartei grölt einer: „Wir wo…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.