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„Schöne Narbe“

Er ist das „enfant délire“ der Kunst. Ein Hirsch diente ihm für verstörend schöne Aufnahmen aus Tschernobyl. Vom Bikini-Atoll brachte er Kokosnüsse mit, die er in Blei gießen ließ. Ein Gespräch mit Julian Charrière über die mythische Ästhetik, die dystopischen Landschaften innewohnt, „vielleicht, weil der Tod nah ist“.

der Freitag: Herr Charrière, von welchem Trip kommen Sie gerade zurück?

Julian Charrière: Aus Nordmexiko. Zusammen mit Julius von Bismarck habe ich dort die Ausstellung I’m afraid I must ask you to leave für das Kunstpalais Erlangen vorbereitet. Es geht um Naturgebiete, Naturwunder. Es geht darum, wie Nationen Landschaften instrumentalisieren, um Identitäten zu schaffen. Das Matterhorn ist ein gutes Beispiel, wie eine Landschaft zum Symbol einer Nation wird. Selten wird k…

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