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Es ist Zahltag

Die Söhne haben sich angekündigt, die Eltern geraten in Panik. Sie ahnen, dass es nicht gut ausgehen wird. Nervös nestelt die Frau ihrem Mann am Ohr, die Schultern hängen, schreckhaft sind sie in jedem Moment. Sie wissen, dass der Zahltag bevorsteht. Dass die Söhne, Karl, der Erstgeborene, der Hochgewachsene, und Franz, „der mit der Brille“, ihren Anteil fordern werden: das „Geld der Zukunft“, das Erbe, das ihre Not lindern soll.

Doch viel ist ja gar nicht mehr zu holen. Was einmal da war, ging drauf für das Haus. Ihr Vater ist kein Graf mit Hofstaat, sondern selbst ein armer Schlucker. Nur lose und abstrakt orientiert sich Ewald Palmetshofer an Schillers Schlüsselwerk über die Brüder Karl und Franz Moor.

Der österreichische Dramaturg, Jahrgang 1978, begreift sein Stück vielmehr als Erz…

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