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Gelebter Widerstand

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Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich Theodorakis’ Musik mochte, weil sie illegal oder weil sie gut war

Foto: Imago/ZUMA/Keystone

Ich muss sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als ich eine Ahnung davon bekam, welche Bedeutung die Musik von Theodorakis hat. Es war um 1968 herum, meine Eltern warnten mich, in der Schule oder Nachbarschaft keinem zu erzählen, dass sie seine Platten besaßen – geschweige denn hörten. Meine Mutter sagte: „Du kannst verhaftet werden, wenn du nur eine seiner Melodien singst.“ Ich verstand sofort, wie mächtig diese Musik sein musste, wenn sie unsere verhassten faschistischen Diktatoren so fürchteten.

Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich Theodorakis’ Musik mochte, weil sie illegal war oder weil sie gut war. Das entschied sich 1970, als meine Klav…

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