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The week

from 27. until 2. September 2020

Bayern

Söders „Hausregiment“

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Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

1.000 Beamte sollen es werden bis 2023, 500 sind bereits im Einsatz: Die Wiedereinführung einer bayrischen Grenzpolizei war vor zwei Jahren einer der vielen Versuche der CSU, sich in der Flüchtlingspolitik zu profilieren. Als „Hausregiment“ Ministerpräsident Markus Söders hatte die Fraktion der Grünen im Landtag sie kritisiert und vor dem Verfassungsgerichtshof des Freistaats geklagt. Der gab der Klage nun in Teilen recht: Bayern dürfe zwar durchaus eigene Grenzbeamte aufstellen, verfüge aber mit Blick auf die Kompetenzen des Bundes über kein eigenständiges Gesetzgebungsrecht. Die Staatsregierung ficht das nicht an, das Urteil erlaube es, einfach weiterzumachen wie bisher. Sebastian Puschner

Irak

Keine Chance gegen Corona

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Foto: Mohammed Sawaf/AFP/Getty Images

Sein Land verfüge über kein Gesundheitssystem mehr, das den Ausmaßen der Corona-Pandemie gewachsen sei, so Premier al-Kadhimi in einer offiziellen Erklärung. Derzeit liegt die Quote der Neuinfektionen bei mehr als 3.000 Fällen pro Tag. Jahrzehnte des Krieges und inneren Terrors hätten dazu geführt, dass auf 10.000 Einwohner nur noch zehn Ärzte, 20 Pflegekräfte und 14 Hospitalbetten kämen. Auch habe man immer wieder mit Engpässen bei der Sauerstoffversorgung zu kämpfen. Laut WHO macht sich momentan schmerzhaft bemerkbar, dass seit Jahren Tausende von Medizinern den Irak verlassen haben, um in Großbritannien und anderen europäischen Ländern zu arbeiten. Lutz Herden

Braunkohle

Dörfer wegbaggern

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Foto: imago images/Snapshot

Die Aktivist:innen hätten mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie wegen der Heilpraktikerproteste in Berlin tags zuvor bekamen: Am Sonntag demonstrierten mehrere Tausend Menschen gegen den Abriss von fünf Dörfern, die dem Braunkohleabbau im Wege stehen. Im RWE-Tagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfalen protestierten Aktivist:innen von Ende Gelände, Fridays for Future und Extinction Rebellion gemeinsam gegen die klimaschädlichen Geschäfte von RWE im Besonderen und den Kohlekompromiss im Allgemeinen, der laut RWE eben auch die Zerstörung der Dörfer ermögliche. Am Morgen wurde für einige Stunden auch ein Kohlebagger in Garzweiler besetzt. Pepe Egger

Chadwick Boseman

Tod eines Superhelden

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Foto: Gareth Cattermole/Getty Images for Disney

Die Zeit, als man über die Darsteller von Comic-Superhelden als „Männer in Lycra“ witzelte, war zwar schon vorbei, als Chadwick Boseman das Kostüm von Black Panther überstreifte. Aber er verlieh seinem Königssohn aus Wakanda eine neue, eigene Würde. Sie war mit Coolness gepaart, schließlich war er der erste schwarze Superheld mit eigenem Megafranchise. Und mit Trotz, denn eigentlich hat es viel zu lange gedauert bis dahin. Bosemans Tod am 28. August, im Alter von 43, löste eine echte Schockwelle aus. Plötzlich zeigte sich, dass er seine Superkräfte schon seit Jahren privat anwenden musste – im Kampf gegen den Darmkrebs, der bereits 2016 diagnostiziert worden war. Barbara Schweizerhof

Kolumbien

US-Kampf gegen Drogen

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Foto: Mauricio Duenas/AFP/Getty Images

Beistand der USA stand außer Frage, als Kolumbiens damaliger Staatschef Pastrana 1999 den „Plan Colombia“ verkündete. Er legitimierte die Armee, im „Krieg gegen die Drogen“ für polizeiliche Zwecke eingesetzt zu werden. Nun soll es eine Neuauflage dieser Agenda geben. Akteure sind die Präsidenten Trump und Duque. Laut amerika21.de sollen unter dem Label „Colombia Crece“ in den nächsten Jahren mindesten fünf Milliarden Dollar an US-Privatinvestitionen nach Kolumbien fließen, um durch Entwicklung des ländlichen Raums Gewalt und Drogenhandel einzudämmen. Auch die „Aufstandsbekämpfung“ durch die Armee soll wie vor zwei Jahrzehnten unterstützt werden. Lutz Herden