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Für Spatzen

Der Kanon hat Konjunktur! Soeben präsentierte die Autorin Sibylle Berg gemeinsam mit anderen einen explizit weiblichen Kanon als Gegenentwurf zu dem so männlich geprägten der Gegenwart. Zeitgleich legt der Journalist Thomas Kerstan einen Entwurf für einen Kanon vor, der sich obendrein in die Bildungsdebatte einschreibt: Was unsere Kinder wissen müssen lautet der forsche Titel. Diese Kanon-Konjunktur ist auf den ersten Blick bemerkenswert, auf den zweiten aber allzu verständlich: Für ein Land, das sich permanent in der Frage verheddert, was denn nun seine kulturelle Identität ausmacht, erscheint die Diskussion kanonischer, für die Kultur unbedingt bedeutsamer Werke nur folgerichtig. Man umschifft die schwierige Vokabel „Leitkultur“, die – so sie denn jemand provokativ säuselt – sogleich …

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