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Eroslose Zone

Die Neunziger. Es war eine Zeit, in der metoo ein Schimpfwort war. Metoo war kein Aufschrei, sondern eine Abwertung, gleichbedeutend mit „Trittbrettfahrer“, „unkreativ“, „für den Markt irrelevant“. Dann kam der Hashtag: ein stürmisches Aufbegehren, das Solidarität bekundete, schnell aber im Klagediskurs der Opfer unterzugehen drohte. Svenja Flaßpöhler ließ diesen historischen Moment nicht ungenutzt und appellierte in ihrem gleichnamigen Büchlein an die „potente Frau“, eine Frau, die ihre sexuelle Vitalität anerkennt, eine Frau, die Macht nicht verteufelt, wohl aber einzäumt. Für Literatinnen eine äußerst produktive Zeit! Ein epochales Thema wie „Sex und Macht“ schreit nach literarischer Umsetzung. Die gestalterische Kraft der Fiktion ragt schließlich weit über den ephemeren Tagesjournal…

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