Loading

The week

from 30. until 5. September 2018

China

Nach Afrika

placeholder article image

Foto: Getty Images

Präsident Xi Jinping hat auf einem hochkarätigen Afrika-Gipfel in Peking zunächst eine eindrucksvolle Bilanz vorgestellt. Mit einem Warenaustausch im Wert von 170 Milliarden Dollar hat sein Land im Vorjahr die USA wie die Ex-Kolonialmacht Frankreich als Handelspartner des afrikanischen Kontinents klar übertroffen. Damit dieses Niveau gehalten wird, soll mehr investiert werden, man denke an 60 Milliarden Dollar, von denen ein Viertel in Form zinsloser Kredite vergeben wird. China positioniert sich nachdrücklich als strategischer Investor Afrikas, doch soll es mehr Sorgfalt bei Entscheidungen über geförderte Projekte geben, bei denen die nötige Infrastruktur nicht fehlen darf. Lutz Herden

Syriza

Nach rechts

placeholder article image

Foto: Imago

Es stehe die „Mutter aller Schlachten“ an, sagt Premier Tsipras im Blick auf die 2019 bevorstehende Parlamentswahl. Regulär wäre das Votum im September fällig, doch wird in Athen nicht ausgeschlossen, dass Tsipras den Urnengang schon für Mai ansetzt. Nach jetzigen Umfragen liegt seine Syriza-Partei klar hinter der konservativen Nea Dimokratia zurück. Zwar wurde mit dem Ende der Hilfsprogramme Entscheidungsfreiheit zurückgewonnen, doch bleibt die soziale Lage für viele prekär. Um die Stimmung zu wenden, öffnet sich die Regierung zur Mitte. Unter 13 neuen Ressortchefs sind die Ex-Pasok-Ministerin Mariliza Xenogiannakopoulou (Foto) und die konservative Katerina Papakosta. Lutz Herden

Seebrücke-Initiative

Nach draußen

placeholder article image

Foto: Imago

Während die Schiffe der zivilen Seenotrettung Lifeline und Sea-Watch in Malta festgehalten werden oder sich wie die Aquarius in Marseille auf den nächsten Einsatz vorbereiten, haben in Deutschland am Wochenende erneut Tausende für sichere Fluchtwege über das Mittelmeer demonstriert. In Hamburg gingen nach Angaben der Seebrücke-Initiative rund 16.000 Menschen auf die Straße, in Berlin waren es knapp 2.500. Seit Anfang Juli, nachdem Itali-en seinen Hafen erstmals für Gerettete aus dem Mittelmeer geschlossen hatte, finden in 90 Städten bundesweit Solidaritätsaktionen für die Öffnung europäischer Häfen statt – nun erstmalig auch in Zürich, Warschau, Stettin und Paris. Elsa Koester

Frankreich

Nach Hause

placeholder article image

Foto: Imago

Der beliebteste Politiker Frankreichs kehrt der Regierung Macron den Rücken. Er wolle nicht länger in einem Kabinett sitzen, in dem keine dem Klimawandel angemessene Umweltpolitik möglich sei, sagt Umweltminister Nicolas Hulot – und geht. Werde der Planet zum Ofen, müsse das Priorität genießen, leider sei das nicht der Fall. Offenbar traf Hulot (Foto) seinen Entschluss zur Demission ohne Absprache mit Präsident Macron und Premier Philippe. Zuletzt war er mit dem Versuch gescheitert, ab 2021 ein gesetzlich verankertes Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat zu erwirken. Es blieb ihm ebenso verwehrt, bis 2025 den Anteil des Atomstroms am Energiehaushalt um die Hälfte senken zu können. Lutz Herden

Hambacher Forst

Vor dem Kahlschlag

Im Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen spitzt sich die Konfrontation zwischen Umweltschützern und Polizei zu. Aktivisten halten das Waldstück besetzt, um es vor der Rodung zu bewahren; die Besitzerin des Waldes will roden, um Braunkohle abzubauen; die Landesregierung unterstützt RWE. Von Oktober an will Letztere die Rodungen fortsetzen. Am 31. August gab die Polizei bekannt, sie habe den Forst zu einem „gefährlichen Ort“ erklärt; damit sind Personenkontrollen auch anlasslos rechtlich möglich. Vorher waren Polizisten mit Zwillen beschossen worden. Am 2. September zerstörte ein Brandanschlag das Auto einer bekannten Braunkohlegegnerin. Lesen Sie mehr auf freitag.de. Pepe Egger