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Aus dem Nebel das Unerwartete

Schon der erste Tag war ein Höhepunkt: Alexander Melnikov spielte Debussys Bücher der Préludes pour piano (1909–1913). Die Genauigkeit, mit der er die oft dahinhuschenden Läufe artikulierte und ihre Struktur offenlegte, war ein Genuss. Diese Musik scheint sich zu fragen, wo das Wirkliche beginnt, wie es aus dem Unwirklichen auftaucht oder dorthin wieder zurücksinkt. So ist „Nebel“ die Bezeichnung des ersten der zwölf Stücke im Livre II: Nur manchmal löst sich eine klare Linie. Bei „Welke Blätter“ verlieren sich umgekehrt die anfangs erkennbaren Konturen. Dann „Das Tor des Weins“, das gleichsam lärmend auf die spanische Bühne springt, dann verunklaren die Gitarrenklänge. Das vierte Stück bleibt ganz im Unwirklichen: „Die Feen sind ausgezeichnete Tänzerinnen“, der Titel deutet es schon an…

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