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1998: Auf Bewährung

Fünf Wochen lang hatten einst die Vertreter von 160 Regierungen in Rom verhandelt, Tag und Nacht jeden Paragrafen, jeden Halbsatz und jedes Komma diskutiert, bevor sie sich endlich auf eine endgültige Version des Statuts für einen Internationalen Strafgerichtshof ICC einigen konnten. Bei der finalen Abstimmung vor 20 Jahren gab es 120 Ja- und sieben Nein-Stimmen, dazu 21 Enthaltungen. Erstmals in der internationalen Rechtsgeschichte gibt es seither in Den Haag einen ständigen Gerichtshof, der Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt. Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan nannte das ICC-Statut „ein Geschenk der Hoffnung für künftige Generationen“. Für einen Moment schien es, als habe man aus dem noch gegenwärtigen Schrecken der Massenmorde in Rua…

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