Loading

Vertraute Einsamkeit

Lydia Davis muss man selber lesen, so viel wird aus Lennart Laberenz’ Kommentar deutlich. Zwei Geschichten aus ihrem neuesten Buch, in der Übersetzung Klaus Hoffers, exklusiv im Freitag:

Treuebruch

In ihren Fantasien von anderen Männern, von anderen als ihrem Ehemann, träumte sie, älter geworden, nicht mehr von sexueller Intimität wie vorzeiten, als sie sich vielleicht rächen wollte, wenn sie wütend war, als sie vielleicht einsam war, wenn er wütend war, sondern bloß von Zuneigung und tiefem Verständnis füreinander, einem Händehalten und Sich-in-die-Augen-Schauen, häufig an einem öffentlichen Ort, zum Beispiel einem Café. Sie wusste nicht, ob diese Veränderung auf die Achtung zurückzuführen war, die sie ihrem Ehemann entgegenbrachte, denn sie achtete ihn wirklich, oder schlicht auf die Er…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.