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Im Herzen der Finsternis

Langsam rollt Mikes roter Truck auf dem unbefestigten Feldweg zwischen hohen Reihen Zuckerrohr entlang, dessen elegante, silbrige Rispen sich in der Oktobersonne wiegen, so weit das Auge auf der Schwemmlandebene reicht. Wir befinden uns auf der ehemaligen Armelise-Plantage. Einige Kilometer westwärts fließt der Mississippi und schleppt Erdreich und Abfälle aus dem Mittelwesten nach Süden, an New Orleans vorbei in den Golf von Mexiko.

„Früher sind wir immer barfuß zwischen den Reihen durchgegangen“, sagt Mike, ein großer, freundlicher Weißer von 64 Jahren. Er nimmt seine Sonnenbrille ab, betrachtet ein Zuckerrohrfeld und lässt den Wagen beinahe zum Stehen kommen. Mit dem Arm deutet er durch das Seitenfenster links in die Ferne. „Meine Oma wohnte da … drüben.“ Er schwenkt den Arm nach rec…

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