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Gut und gerne leben

Was an Ingo Schulzes neuem Roman aus allen Rahmen fällt, ist seine Hauptfigur: ein begeisterungsfähiger Simplicius, der den behaupteten Idealen noch vertraut und damit quer zu jedem Zeitgeist liegt. Der Autor versteckt sich nicht hinter der Einfalt seines Helden, sondern stattet ihn mit Argumenten und Handlungsmotiven aus, die eigentlich nachvollziehbar sind, wenn man nicht längst im üblichen Pragmatismus, Opportunismus und Zynismus versunken ist. Dieser Peter Holtz wird nicht denunziert, auch wenn andere Figuren ihm zu Recht trefflich widersprechen. Wenn sein Irrtum zu groß wird, ist er sogar in der Lage, dies einzugestehen. Da wird eine Figur vorgestellt, die vergnüglich, aber auch irritierend vorlebt, dass nichts ungewisser ist als unsere vermeintlichen Gewissheiten. In einer Zeit, i…

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