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Eine stille Explosion

Es schadet nicht, Lydia Davis noch einmal vorzustellen: Geboren 1947 in Massachusetts, eine schmale Gestalt, Übersetzerin dicker Bände französischer Literatur und Autorin knappster, verwinkeltster Kurzgeschichten. Eigentlich: Monopolistin einer Schreibform, die manchmal nur aus dürren Zeilen unter der Überschrift besteht, fast blättert man vorbei, liest drüber, bleibt hängen und kann sich von den Widerhaken ihrer Sprache fortan schwer lösen. Die allermeisten ihrer Geschichten erschienen 2009 als The Collected Stories of Lydia Davis und landeten im Literaturbetrieb mit einem Effekt, den man, gäbe es so etwas, als stille Explosion beschreiben müsste: Irgendwie sind die Dinge seitdem anders, etwas hat sich verschoben. Denn Lydia Davis hobelt an manchen Oberflächen der Welt und lässt sie so…

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