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The week

from 31. until 6. September 2017

Irak

Tal Afar zurückerobert

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Foto: Getty Images

Erneut hat die irakische Armee Breschen in letzte IS-Bastionen geschlagen. Wie Premier al-Abadi bekannt gab, ist nun auch die Stadt Tal Afar, westlich von Mossul, zurückerobert. Dadurch befindet sich die Provinz Ninive wieder unter Kontrolle der Regierung. Die Offensive zur Einnahme von Tal Afar hatte zehn Tage gedauert. Derzeit sind dem IS im Irak noch zwei Rückzugsgebiete verblieben: die Stadt Al-Hawidscha (400.000 Einwohner) im Gouvernement Kirkuk und eine Wüstenzone an der Grenze zu Syrien. Alle sonstigen Eroberungen vom Sommer 2014 mussten aufgegeben werden. In Syrien selbst scheint der vollständige Fall der IS-Kapitale Rakka unmittelbar bevorzustehen. Lutz Herden

NSU-Prozess

Höchststrafe in Sicht

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Foto: dpa

Die Bundesanwaltschaft hat in ihrem Schlussplädoyer im Münchner NSU-Prozess bekräftigt, dass Beate Zschäpe voll schuldig für alle zehn Morde, zwei Anschläge und 15 Raubüberfälle des NSU sei. Oberstaatsanwältin Anette Greger (Foto) bezeichnete die Angeklagte als „gleichwertiges Drittel eines verschworenen Triumvirats“. Die Ausführungen legen eine Beantragung von lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung nahe. Wenn sich das Gericht der Auffassung anschließt, wird Zschäpe sehr viele Jahre oder den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen. Auch ihre vier Mitangeklagten bezeichnete die Bundesanwaltschaft Ende voriger Woche als voll schuldig. Martina Mescher

Super-GAU

Jod gegen Angst

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Foto: Imago

Knapp 70 Kilometer liegen zwischen Aachen und dem belgischen Atomkraftwerk Tihange. Aus Angst vor einem Störfall werden im Raum Aachen nun Jodtabletten, die Schilddrüsenkrebs verhindern sollen, an die Bevölkerung verteilt. Angesichts der Pannenserien, die Belgiens AKWs in den letzten Jahren hinlegten, ist das kein Zeichen von Hysterie, sondern die Vorbereitung auf den Ernstfall. 2015 wurden tausende Risse in den Druckbehältern der Reaktoren festgestellt, im gleichen Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen Notfallübungen für den Super-GAU durchgespielt. Deutschland liefert übrigens Brennstäbe nach Tihange und sorgt damit für den Weiterbetrieb des AKW. Martina Mescher

Brexit

Auf Crash-Kurs

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Foto: Getty Images

So gut wie keine Bewegung gab es bei der dritten Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien. Aus Sicht des britischen Emissärs David Davis (Foto) fehle es der Gegenseite leider an „Flexibilität und fantasievollen Lösungen“. Für die EU meinte Chefunterhändler Michel Barnier, er hätte erwartet, dass man sich zumindest bei der Frage nach dem künftigen Status der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland näher komme. Doch gibt es bei diesem Thema keinerlei Fortschritte. Gleiches gilt für das Thema EU-Ausländer auf der Insel nach dem Brexit. Der soll Ende März 2019 endgültig vollzogen sein, doch können die Briten notfalls auch ohne Vertrag von dannen ziehen. Lutz Herden

Ungarn

Zaungebühr

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Foto: Getty Images

Viktor Orbán ist stets bemüht, denen Recht zu geben, die ihn für verstiegen halten. Gerade schickte er EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Rechnung. Er verlangt, dass sich Brüssel an Ausgaben beteiligt, die Ungarn für die Sicherung der Grenze zu Serbien getragen habe – um 2015 Flüchtlinge am Weiterkommen zu hindern. „Wir hielten es für vernünftig, die Kosten, die sich auf 883 Millionen Euro belaufen, hälftig zwischen Ungarn und der EU aufzuteilen.“ Ein Sprecher der Kommission sagte dazu: „Solidarität ist keine Einbahnstraße.“ Man könne nicht Unterstützung für die Grenzsicherung fordern – und zugleich gemeinsame Beschlüsse zur Flüchtlingsverteilung abwehren. Lutz Herden