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Achtung, Hegemoniefalle!

Wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben, hieß es in der DDR. Das ließe sich gegenwartsbezogen abwandeln: Je fester wir heute daran glauben, dass uns die Welt da draußen nichts oder nicht viel anhaben kann, desto besser werden wir morgen davonkommen. Es hat schon einen komischen Beigeschmack, „wenn hinten, weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen“ (Goethe), und man hier „am Fenster steht und trinkt sein Gläschen aus“. Will heißen, gerät die Welt anderswo aus den Fugen, ist das noch lange kein Grund, nervös zu werden. So wie das Kanzlerin Merkel im Wahlkampf mustergültig vorlebt, in Bitterfeld Präsentkörbe und in Annaberg-Buchholz handgeschnitzte Lutherköpfe entgegennimmt, während Gegenspieler Martin Schulz eine Fischfabrik in Eckernförde besucht. Außenpolitik, so der …

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