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Schwur an die Götter

Kurz nach 21 Uhr erscheinen die ersten Nigerianerinnen auf den Straßen der Stadt Asti im Piemont. Manche stehen zu zweit oder zu dritt herum und winken Autofahrern zu. Viele sind allein, einsame Silhouetten im Gegenlicht der Scheinwerfer. Princess Inyng Okokon bremst ab, als sie zwei von ihnen an einer Straßenecke erblickt. Selbst mit dem dick aufgetragenen Make-up sehen sie nicht älter aus als 16. „So viele neue Gesichter“, sagt Princess kopfschüttelnd, während sie aus dem Fahrzeug steigt, um mit ihnen zu reden.

Die 42-jährige Mutter von vier Kindern stammt aus Nigerias südlichem Bundesstaat Akwa Ibom und arbeitet seit 17 Jahren für die Organisation Progetto Integrazione Accoglienza Migranti (PIAM), die sich in Asti für Migrantenrechte einsetzt und gegen Menschenhandel vorgeht. Princes…

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